Mark Dion A Tale of Two Seas de: Unterschied zwischen den Versionen

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<p style="margin-top: 0;">Der Schrank mit  norddeutschen K&uuml;stendarstellungen aus der Sammlung des Museums. </p>
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<p style="margin-top: 0;">Der Schrank umgeben von norddeutschen K&uuml;stendarstellungen aus der Sammlung des Museums. </p>
 
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Aktuelle Version vom 1. September 2017, 09:56 Uhr


Mark Dion

A TALE OF TWO SEAS: an account of Stephan Dillemuth's and Mark Dion's journey along the shores of the North Sea and Baltic Sea and what they found there.

Organisiert von der Galerie für Landschaftskunst in Zusammenarbeit mit Bärbel Hedinger zeigte das Altonaer Museum / Norddeutsches Landesmuseum (Hamburg) 1998-1999 in seiner Abteilung norddeutscher Landschaftsmalerei Mark Dions Reise-Kabinettschrank von 1996.

Dank an die Galerie Christian Nagel und Ute Schmiedel für die Unterstützung der Ausstellung.

 

 

Einladungskarte zur Ausstellung mit der Ankündigung für die zeitgleiche Ausstellung in der benachbarten Galerie für Landschaftskunst.

 

 

Saalzettel-Text zu A TALE OF TWO SEAS im Altonaer Museum, 1998:

In der Landschaftsgalerie des Altonaer Museums ist für einige Monate eine großräumige Installation des amerikanischen Künstlers Mark Dion (geb. 1961) zu Gast. Gezeigt werden in einem doppelseitig eingerichteten Schrank, der den altertümlichen Sammelschränken eines Museums nachgebaut ist, die Fundstücke einer Reise, die der Künstler zusammen mit seinem deutschen Kollegen Stephan Dillemuth im Februar 1996 an die Nord- und Ostseeküste unternommen hat. Nach den wissenschaftlichen Ordnungsprinzipien einer Kunst- und Wunderkammer aufgestellt, begegnen uns die Souvenirs dieser Recherche-Reise. „Naturalia“ wie Erd- und Wasserproben, Mineralien, Pflanzen und zoologische Präparate von Seevögeln, Fischen und Muscheln geben sich auf Regalbrettern, in Schubladen und hinter Schranktüren ein Stelldichein mit den „Artificialia“, also jenen Relikten, die unsere Zivilisation hinterlassen hat: Flaschen, überkrustet von Seepocken, verrostete Getränkedosen, Teer- und Wachsklumpen, von Wasser und Witterung gelegentlich zu eigentümlichen Kunstgebilden verformt. Dion sammelt und sortiert wie ein Wissenschaftler. Wie ein Vor- und Frühgeschichtler gräbt er im Schlamm und lässt die Dinge sprechen, indem er auf die Spuren, die an ihnen haften, aufmerksam macht. Sein ästhetisches Prinzip ist die Ordnung, seine Bilderrahmen ist der Sammelschrank. Sein `Archiv der norddeutschen Küsten´ ist auch zu `benutzen´: der Besucher kann (im Beisein der Museumsaufsicht) den Schrank umwandern, die präsentierten Fundstücke nahsichtig in Augenschein nehmen, in den ausliegenden Alben blättern, Schubladen aufziehen und ihren akribisch geordneten Inhalt studieren.

 

Dion lebt in New York und hat eine naturwissenschaftliche und künstlerische Ausbildung absolviert. Er gehört zu jener jungen Künstlergeneration, die an den Schnittstellen zwischen Kunst, Natur und Wissenschaft arbeitet und die sich mit der kulturellen Darstellung von Natur in unserer postmodernen Gesellschaft auseinandersetzt. Sein Ausgangspunkt ist dabei, wie er betont, die romantische Malerei eines Caspar David Friedrich, der zu Anfang des letzten Jahrhunderts mit Zeichenstift und Block regelmäßig in die Natur, unter anderem auch auf die Insel Rügen, gezogen ist. Dion ist diesen Spuren gefolgt und hat seinerseits Recherchen an der Kreideküste angestellt. In der Friedrichschen Epoche setzen auch die Bilder der Landschaftsgalerie ein, weil in eben dieser Zeit die norddeutsche Landschaft von den Künstlern als Sujet entdeckt wird. So wird mit der Arbeit von Dion, auf die die gängigen Gattungsbegriffe so recht nicht passen wollen und die man vielleicht in einen Gestalt gewordenen Entdeckungsbericht der Landstriche an Nord- und Ostsee nennen könnte, der Bogen geschlagen von der Zeit um 1800 bis zur Gegenwart.

 

Dion hält die Dinge fest, nicht die Bilder der Dinge. Auf seinen Wunsch umgibt alte Malerei seine zeitgenössische Inszenierung. Ausgewählt wurden vier qualitätvolle Gemälde aus dem 19. Jahrhundert, die die Küsten der Nord- und Ostsee zum Thema haben. Sie liefern den Fundstücken, die Mark Dion wissenschaftlich gehoben und arrangiert hat, den kunstvollen Rahmen.

 

Bärbel Hedinger

(1998 Leiterin der Landschaftsgalerie des Altonaer Museums)

PDF dieses Textes zum Herunterladen (48 KB)

 

 

Mehr:

Zur parallelen Ausstellung im Garten der GFLK:

Mark Dion PRIVATE PROPERTY

Weitere Informationen über Mark Dion

Ausstellungsliste der GFLK

 

 

 

Der Schrank umgeben von norddeutschen Küstendarstellungen aus der Sammlung des Museums.

 


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